Virtuelles Lernen

Louisa, Medikids & Co: Vereine unterstützen virtuelles Lernen

Foto: Estera K. Johnsrud/no isolation

Die Teilhabe am Unterricht ist für krebskranke Kinder ein wichtiger Baustein für ihre Bildung und schafft Chancen für ihre Zukunft. Doch sie ist noch viel mehr – sie ist ein Stück Normalität und Struktur und sie bedeutet auch, den Kontakt zu Gleichaltrigen und Freunden aufrecht zu erhalten.

Die Bedeutung der Schule für die psychosoziale Anbindung und Entwicklung des Kindes wurde spätestens während des Lockdowns im Frühjahr in aller Deutlichkeit erkannt und politisch wie gesamtgesellschaftlich diskutiert. Für krebskranke Kinder und ihre Familien ist dies schon lange klar.

Projekte wie Klassissimo oder Medikids werden von Elterngruppen an den Kliniken seit Jahrzehnten unterstützt mit dem Ziel, Heimatschule und Krankenhaus durch Videoübertragungen zu verbinden. Die durch Corona hinzugekommenen Hürden bei der Durchführung von Klinik- oder Hausunterricht sind alarmierend. Es ist erfreulich, dass ihnen die Chancen, die durch digitale Brücken geschaffen werden, als mögliche Lösung gegenübergestellt werden können.

Aus Rückmeldungen der DLFH-Mitgliedsvereine geht hervor, dass einige Standorte wie beispielsweise Sankt Augustin und Freiburg wie gehabt erfolgreich I-Pads, Laptops oder Tablets einsetzen. An der Uniklinik Essen wird derzeit die Louisa-App speziell Kinder im Krankenhaus weiterentwickelt, in der es auch einen Baustein für Lerninhalte gibt.

Andere Vereine haben sich bewusst für den Einsatz eines extra für die Beschulung Kranker neu entwickelten Roboters entschieden – ein Avatar, der den Schüler in der Schule anstelle eines Tablets „vertritt“. Hamburg, Köln, Frankfurt und Schleswig-Holstein berichten über eindrucksvolle Erfahrungen. Dresden, Braunschweig, Kassel und Mannheim starten gerade die ersten Erprobungen.

Die Vorteile: ein besonderer Datenschutz und die erstaunliche Annahme des leicht vermenschlichten Gerätes, um das sich auch die Mitschüler des erkrankten Kindes rührend kümmern. Es ist nicht nur ein Bildungsangebot, sondern auch ein soziales Projekt, von dem sowohl das erkrankte Kind wie auch Schüler und Lehrer in der Heimatschule profitieren.

In Hamburg ist das Projekt „Karlsson – das digitale Klassenzimmer“ mittlerweile so erfolgreich, dass in der Schulbehörde eine eigene Stelle für die Vermittlung der Geräte eingerichtet wurde und eine Ausweitung auch auf den Einsatz bei anderen Krankheiten geplant ist. Doch wichtig ist, egal für welche Form der Vernetzung sich die Standorte entschieden haben oder in Zukunft entscheiden – die Digitalisierung ermöglicht Teilhabe und schafft Normalität.

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