Buchtipps

Sterben ist nicht so mein Ding

Die 20-teilige Real-Serie „Sterben ist nicht so mein Ding!“ wird ab 2. März 2021, 20.10 im KIKA gezeigt. Das Publikum lernt die 13-jährige Jenny kennen, die an Leukämie erkrankt ist. Die Serie zeigt, wie es ihr im Kampf gegen den Krebs ergeht

Begleitend zur Serie bietet der Sender einen Chat mit Experten, Ärzten und Beratern an. Am 4. und 11. März 2021 (20 bis 21 Uhr)  werden die DKS-Mitarbeiterinnen Dr. Ria Kortum und Katrin Claus mit dabei sein.

Foto: KIKA

Melanie Garanin: NILS – von Tod und Wut. Und Mut

Carlsen Verlag 2020

Da glaubt man, ein typisches Kinderbuch in der Hand zu halten mit vielen bunten comic-artigen Zeichnungen und
einem – wie von Kinderhand geschriebenen – Text. Das Lesen fällt zunächst etwas schwer, weil man sich erst an die etwas ungewöhnliche Schrift gewöhnen muss.

Aber es lohnt sich, denn hier ist etwas ganz Besonderes entstanden. Eben nicht ein weiteres Buch zum Thema ‚Krebs im Kindesalter‘, sondern eine bewegende Schilderung der schwierigen Situation der Behandlung wie auch über den plötzlichen Tod ihres Kindes und insbesondere über die Zeit danach.

Die Autorin ist Grafikerin und beschreibt die Erkrankung und Behandlung ihres Sohnes (jüngstes Kind von vier Geschwistern) in Zeichnungen, verwoben mit dem Text. Aus der Verzweiflung und Wut über den Tod ihres Kindes wächst allmählich auch der Mut, nachzuforschen, ob der unerwartete Tod nicht doch die Folge eine medizinischen Kunstfehlers war.

Jesper Wung-Sung: Weg mit Knut

Carl Hanser Verlag 2017

Knut trägt einen akkuraten Seitenscheitel und coole Sneakers, nimmt kein Blatt vor den Mund und ist dann oft frech und gemein. Doch den Jungen, der Geschichten á la Münchhausen erzählt, sieht nur William. Denn Knut ist seine Erkrankung. In einer Zeit, in der die anderen den krebskranken Jungen nicht so richtig verstehen, ist Knut da. Mal dick, mal dünn, je nachdem wie es William gerade geht, lümmelt sein imaginärer Freund auf dem Fußende des Bettes und stopft sich liebend gern mit krossem Schweinebauch und Petersiliensauce voll.

Gemeinsam ergründen sie, wie es ist, wieder wie ein normaler Junge zu sein. Dabei erkennt William schweren Herzens: Er kann nur gesund werden, wenn Knut weg ist. Feinfühlig erzählt Jesper Wung-Sung Williams Geschichte, taucht in die Phantasiewelt des Jungen ein und verbindet sie mit der Realität. Behutsam gibt der Autor Einblicke in die Gefühlswelt des Teenagers, wie sie viele Jugendliche erleben: Das emotionale Auf und Ab, die erste Verliebtheit, das Wanken einer Freundschaft, Unsicherheit, aber auch Glück und Zuversicht.

Birgit Schlieper und Nina Stahl: Manchmal möchte ich mich totlachen

Cbj Kinder- und Jugendbuchverlag 2020

Dem 16-jährigen Nils wird bei einer Untersuchung in der Pädiatrischen Onkologie recht drastisch gesagt, „du wirst sterben,“ weil alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Dieser Satz hämmert in seinem Kopf und macht ihn zum Zyniker. Warum er?

Mit seinen Eltern, die getrennt leben, kann er nicht über seine Wut und seine Ängste reden. Er schreibt aber seine Gedanken auf, um sie seiner Schwester mitzuteilen, die gerade als Au-Pair in den USA weilt. Auf der Station fühlt er sich isoliert, weil es scheinbar
keine andere Patienten in seinem Alter gibt, bis ihn die junge Nachtschwester Ulla bittet, sich ein wenig um Helene zu kümmern, die er noch nicht kennen gelernt hat, weil sie in einem hinteren Zimmer isoliert liegt.

Das war die beste Idee überhaupt, denn – „Hals-über Kopf“ verliebt in Helene – hat er endlich eine Funktion. Und so organisiert er mit ihr den Besuch eines Rock-Konzerts, gesponsert durch „Wünsch-Dir-Was“. Dieser Ausflug tut den beiden richtig gut und sie sind fortan unzertrennlich. Aber Helene baut zunehmend ab. Und eines Tages ist ihr Zimmer leer.

Das Buch ist eine gelungene Darstellung möglicher Ereignisse auf einer Kinderkrebsstation. Während die eine der beiden Autorinnen aus ihrer beruflichen Erfahrung den Rahmen und die Einzelheiten zu der Geschichte bieten konnte, dürfte die
andere ihre journalistische Erfahrung mit eingebracht haben. Und so ist eine kondensierte, packende Darstellung der kinderonkologischen Wirklichkeit entstanden.

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