Kraniopharyngeom

Geprüfte Informationen zu Krebs im Kindes- und Jugendalter in Kooperation mit Kinderkrebsinfo.de

Das Kraniopharyngeom ist ein seltener Fehlbildungstumor, der meist bei Kindern zwischen 5 und 10 Jahren sowie bei Erwachsenen zwischen 50 und 75 Jahren diagnostiziert wird. Die Ursache liegt in einer bereits vor der Geburt (embryonal) gestörten Gewebeentwicklung, deren genaue Gründe unbekannt sind.
Da das Kraniopharyngeom in der Nähe wichtiger Hirnstrukturen liegt, kann es Sehstörungen sowie hormonelle Störungen verursachen, die unter anderem Wachstum, Körpergewicht, Pubertätsentwicklung und den Flüssigkeitshaushalt betreffen.

Typische erste Beschwerden sind Kopfschmerzen und morgendliches Erbrechen infolge eines erhöhten Hirndrucks. Häufig treten außerdem Sehstörungen und hormonelle Ausfälle auf, die Wachstum, Pubertät oder den Flüssigkeitshaushalt betreffen. Die Kombination aus Kopfschmerzen, Sehstörungen, Wachstumsstörungen sowie vermehrtem Durst und erhöhter Urinmenge gilt als typisch.

Zur Diagnose werden vor allem die Magnetresonanztomografie (MRT) und häufig ergänzend die Computertomografie (CT) eingesetzt. Die endgültige Diagnose stellt der Pathologe anhand von entnommenem Gewebe oder Flüssigkeit.

Die Behandlung erfolgt meist operativ, wobei versucht wird, möglichst viel Tumorgewebe zu entfernen und gleichzeitig benachbarte Hirnstrukturen zu schonen. Eine vollständige Entfernung ist oft nicht möglich.
Häufig ist nach der Operation eine lebenslange Hormontherapie erforderlich, da Hypophyse oder Hypothalamus durch den Tumor oder die Operation in ihrer Funktion beeinträchtigt sein können. Bei inkompletter Entfernung oder einem Rückfall (Rezidiv) kann zusätzlich eine Bestrahlung notwendig werden. Ziel der Therapie ist nicht die radikale Entfernung um jeden Preis, sondern eine langfristige Verbesserung des Gesundheitszustands. In bestimmten Fällen, insbesondere bei zufälliger Entdeckung ohne Beschwerden, kann zunächst eine engmaschige Beobachtung erfolgen.

Die Prognose ist aufgrund der Gutartigkeit dieses Tumors sehr gut. Dennoch können Kraniopharyngeome durch die genannten tumor- oder therapiebedingt ausgelösten Komplikationen oder Ausfälle zu erheblichen Langzeitbeeinträchtigungen der Lebensqualität führen.

Hilfe für Betroffene

Im Jahr 2000 wurde die bundesweite Kraniopharyngeom-Selbsthilfegruppe unter dem Dach der Deutschen Kinderkrebsstiftung gegründet. Die Gruppe richtet sich an Patienten (Kinder und Erwachsene), bei denen ein „Kranio“ aufgetreten ist. Auch Angehörige, Freunde und Interessierte sind herzlich willkommen, sich der Gruppe anzuschließen.
Weitere Informationen erhalten Interessierte unter  www.kraniopharyngeom.de.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zu Krankheitsbild, Ursachen, Diagnostik und Therapie der ALL sowie weiterführende Informationen rund um eine Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter finden Sie auf dem von der Deutschen Kinderkrebsstiftung geförderten Informationsportal:

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