Auf dieser Seite werden die bewilligten Projekte kurz vorgestellt.
Retinoblastom-Register Interimfinanzierung
Projektleitung:
Prof. Dr. med. Petra Ketteler, Klinik für Kinderheilkunde 3, Universitätsklinikum Essen
Schwerpunkt, Zuordnung:
HIT-Register
Förderzeitraum:
4 Monate: 01.02.2024 bis 31.05.2024
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.01 – 23.565,00 €
Projektbeschreibung:
Augentumore im Kindesalter sind seltene Tumorerkrankungen. In Deutschland und Österreich erkranken insgesamt ca. 51 Kinder pro Jahr an einem Augentumor. Mit 49 Neuerkrankungen pro Jahr ist das Retinoblastom, ein Tumor der Netzhaut, der häufigste Augentumor im Kindesalter. Weitere seltene Augentumore im Kindesalter sind das Aderhautmelanom, das Medulloepitheliom des Ziliarkörpers und das retinale Astrozytom. Die 5-Jahres Gesamtüberlebensrate aller Augentumore ist mit über 95% sehr gut, aber viele Patienten sind lebenslang durch ein eingeschränktes Sehvermögen und Langzeitschäden der Therapie beeinträchtigt. Die Hälfte der Kinder mit Retinoblastom trägt ein Tumorprädispositionssyndrom, das erbliche Retinoblastom. Kinder mit erblichem Retinoblastom tragen eine genetische Veranlagung, in der Kindheit mehrere Retinoblastome in beiden Augen und später im Leben andere Tumore außerhalb des Auges zu entwickeln. Zur Behandlung von Augentumoren stehen vielfältige Therapieoptionen zur Verfügung. Diese Behandlungsoptionen variieren in ihren Erfolgsraten und im Spektrum der Langzeitfolgen. Im deutschland- und österreichweiten klinischen Register „RB-Registry“ werden prospektiv Daten zur Epidemiologie, dem Krankheitsverlauf und dem Auftreten von Zweittumoren bei Retinoblastomen und anderen kindlichen Augentumore erfasst. Das RB-Register umfasst auch eine neuroradiologische, histopathologische, zytologische, strahlentherapeutische, humangenetische und ophthalmologische Referenzbegutachtung zur Verbesserung der Vergleichbarkeit der Untersuchungsergebnisse an den verschiedenen Zentren. Die im Register erfassten Daten dienen zur besseren Aufklärung der betroffenen Patienten und Eltern und bilden die Grundvoraussetzung für den Aufbau von interventionellen, klinischen Studien mit dem Ziel, die Früherkennung, die Behandlung und die Nachsorge der betroffenen Patienten zu verbessern. Als ein weiterer Schwerpunkt werden durch die Marvin- Datenbank und Biobank begleitende Forschungsprojekten im Bereich des Retinoblastoms unterstützt. Das langfristige Ziel des klinischen Registers und der Begleitforschung ist die Verbesserung der Überlebensraten der Patienten mit fortgeschrittenen Tumorstadien sowie die Verminderung von Langzeitfolgen und Verbesserung der Lebensqualität aller Langzeitüberlebenden
Neuroanatomical consequences of cerebellar midline tumor resection
Projektleitung:
PD Dr. Elvis J. Hermann, Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Neurochirurgie
Schwerpunkt, Zuordnung:
Translationale Forschung
Förderzeitraum:
1 Jahr: 01.06.2024 bis 31.05.2025
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.02 – 69.422,60 €
Projektbeschreibung:
Die interdisziplinäre Behandlung von Kindern mit Tumoren im Mittellinienbereich des Kleinhirns führte zu einer erheblich verbesserten Prognose. Ein nach wie vor ungelöstes Problem ist allerdings der „Kleinhirnmutismus“, welches nach der mikrochirurgischen Resektion derartiger Tumoren auftritt. Obwohl die Symptome hauptsächlich vorübergehend sind, haben einige Kinder später im Leben soziale und kognitive Defizite und damit einhergehende Einschränkungen der Lebensqualität. Zerebelläre Mittellinienstrukturen, wie der Nucleus fastigialis, die beim neurochirurgischen Zugang geschädigt werden können, sind hierbei möglicherweise maßgeblich beteiligt.
Wir haben bereits gezeigt, dass Läsionen des Nucleus fastigii bei juvenilen Ratten die soziale Interaktion beeinträchtigen und im Erwachsenenalter zu kognitiven und affektiven Defiziten führen. Diese weisen einige Ähnlichkeiten mit dem menschlichen kognitiv-affektiven Kleinhirnsyndrom auf, wie z. B. Lerndefizite in einem Verhaltensparadigma für Aufmerksamkeit und Gedächtnis, und eine veränderte neuronale Aktivität im präfrontalen Kortex. In der aktuellen Förderperiode haben wir die neuronale Aktivität im präfrontalen Cortex während eines Oddball-Paradigmas aufgezeichnet, um ein neurologisches Korrelat für diese Defizite zu finden. Die neuronale Aktivität bei unbehandelten Ratten korrelierte eindeutig mit dem Verhalten. Erste vorläufige Analysen zeigen leichte Verhaltensdefizite bei Ratten mit Läsionen des Nucleus fastigii. Eine detaillierte Analyse der verhaltensbezogenen und elektrophysiologischen Daten aller Gruppen ist im Gange.
Die histologische Analyse hat bereits eine erfolgreiche Läsion des Nucleus fastigii bestätigt. In der geplanten Verlängerung unseres Antrags beabsichtigen wir eine umfassende neuroanatomische Charakterisierung der mit dem Nucleus fastigii verbundenen Hirnregionen. Die Hauptziele dieses Nucleus sind wichtige Relaisstationen im Gehirn, das ventrale tegmentale Areal (VTA) und der Thalamus. Von besonderer Bedeutung sind die dopaminergen Verbindungen des VTA zum Nucleus accumbens, einem integrativen Zentrum für Motivation und Belohnung, und zum präfrontalen Kortex, der für kognitive Funktionen höherer Ordnung und soziales Verhalten wichtig ist. Beide Regionen integrieren auch glutamaterge Informationen aus dem Thalamus. Als wichtigste exzitatorische und inhibitorische Transmitter sollen Glutamat und GABA sowie das dopaminerge Transmittersystem immunhistologisch untersucht werden. Hinzu kommt der Oxytocin -Rezeptor, der bei Mutismus/Autismus eine Rolle spielt. Zusammen mit den zahlreichen Daten, die in der Vergangenheit und in der laufenden Förderperiode gewonnen wurden und die sich derzeit noch in der Endauswertung befinden, werden diese Studien unser Verständnis der Rolle des Nucleus fastigii für die sozio-kognitiven Funktionen nach Tumorresektion erweitern. Ziel ist es, die neurochirurgische Behandlung von Kindern mit Mittellinien-Tumoren durch translationale Forschung weiter zu verbessern.
Cancer Predisposition Syndrome Registry
Projektleitung:
Prof. Dr. med. Christian P. Kratz, MD Medizinische Hochschule Hannover, Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie;
Prof. Dr. med. Stefan Pfister, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg
Schwerpunkt, Zuordnung:
Register
Förderzeitraum:
2 Jahre: 01.07.2024 bis 30.06.2026
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.03 (Fortsetzung zu DKS 2021.25 und Vorläuferprojekten) – 353.530,00 €
Projektbeschreibung:
Krebsprädispositionssyndrome (KPS) sind genetische Erkrankungen mit erhöhtem Krebsrisiko. Etwa 10% aller Kinder und Jugendlichen mit einer Krebserkrankung wie auch Erwachsene sind hiervon betroffen. Um diese Patientengruppe optimal zu versorgen, müssen Fragen zu den Krebsrisiken, Risiko modifizierenden Faktoren, Krebsprävention, Früherkennung und Therapie beantwortet werden. In den ersten beiden Förderperioden haben wir ein Register für Patienten mit Krebsprädispositionssyndromen aufgebaut, eine informative Web-Ressource für Familien und Angehörige der Gesundheitsberufe erstellt und mehrere international anerkannte Entdeckungen gemacht. Seit der dritten Förderperiode geht es darum, dieses wichtige Forschungsfeld, bei dem es noch viele offene Fragen gibt, weiter auszubauen. Um diese Patientengruppe optimal zu versorgen, müssen Fragen zu den Krebsrisiken und -faktoren, Krebsprävention, Früherkennung und Therapie beantwortet werden. In den ersten drei Förderperioden haben wir ein Register für Patienten mit Krebsprädispositionssyndromen aufgebaut, eine informative Web-Ressource für Familien und Angehörige der Gesundheitsberufe erstellt und mehrere international anerkannte Entdeckungen gemacht, sowie dieses wichtige Forschungsfeld, bei dem es viele offene Fragen zu beantworten gibt, weiter ausgebaut.
A registry for hemophagocytic lymphohistiocytosis (HLH)
Projektleitung:
PD Dr. Kai Lehmberg, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie Uiversitätsklinikum Hamburg Eppendorf; Prof. Dr. Stephan Ehl, Centrum für Chronische Immundefizienz CCI Universitätsklinikum Freiburg
Schwerpunkt, Zuordnung:
Register
Förderzeitraum:
2 Jahre: 01.06.2024 bis 31.05.2026
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.04 (Fortsetzung zu DKS 2018.11 und DKS 2016.04) – 149.500,00 €
Projektbeschreibung:
Die Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH) ist eine lebensbedrohliche immu-nologische Erkrankung des Blutes, die auf Grundlage eines genetischen Defektes oder bei erworbenen Erkrankungen (Krebs, Infektionen, Autoimmunität) auftreten kann. Besonders bei der genetischen Form sind überwiegend Kinder betroffen. Die komplexe Behandlung erfolgt mit Chemotherapeutika, Immunsuppressiva und Antikörpern und bei genetischen Formen einer Stammzelltransplantation (SZT).
Das internationale HLH Register wurde 2016 mit Förderung durch die Deutsche Kin-derkrebsstiftung (DKKS) ins Leben gerufen. Damals lagen zwei große Therapiestudien (1994 bis 2011) vor, in denen mit einer Therapie mit dem Chemotherapeutikum Etoposid die Überlebensrate der genetischen HLH von 5% auf über 50% gesteigert werden konnte. Das Register bündelte dann die Aktivitäten zweier Fachgesellschaften, der Histiocyte Society (HS) und der European Society of Immunodeficiencies (ESID), um weiterhin Patienten international unabhängig vom Therapieregime zu erfassen.
Eine Auswertung des Registers ergab, dass inzwischen (2016 – 2021) für die genetisch bedingte HLH deutlich bessere Überlebensdaten (80%) mit Etoposid erreicht werden konnten. Zu diesem phantastischen Fortschritt haben Entwicklungen in Diagnostik, Be-gleittherapie und SZT beigetragen.
Zuletzt wurden Studien über den Einsatz der Medikamente Alemtuzumab und Emapalumab als Erstlinientherapie bei genetischer HLH durchgeführt. Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist bald zu erwarten. Weitere Studien erfolgen zurzeit, u.a. mit Ruxolitinib. Mit Erweiterung der Therapiemöglichkeiten ist davon auszugehen, dass zunehmend verschiedene Substanzen zum Einsatz kommen werden. Die Fortführung des Registers ermöglicht, dieses Spektrum abzubilden. Dies kann dann eine Grundlage für weitere Therapiestudien darstellen. Eine weitere Herausforderung wird sein, angemessene individuelle Therapieverfahren für weniger schwere genetische und nicht-genetische HLH-Formen zu finden.
Wir gehen jedoch davon aus, dass weitere substantielle Verbesserungen für betroffene Kinder nur zu erreichen sind, wenn man die genetische Veranlagung zur HLH erkennt, noch bevor die Erkrankung ausbricht. Es ist unsere Vision, dass in 10 Jahren durch ein Neugeborenen-Screening die genetische Veranlagung zur HLH bereits kurz nach der Geburt erkannt wird, noch bevor die Erkrankung ausbricht. Betroffene Kinder können dann sofort einer korrigierenden Therapie zugeführt werden, wofür neben der SZT voraussichtlich auch die Gentherapie zur Verfügung stehen wird. Voraussetzung dafür sind genaue Daten zu Diagnostik, Therapie und Prognose auf deren Basis die Verlässlichkeit und der Nutzen eines Screenings bewertet werden kann. Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe des Registers, folgende Fragen zu beantworten. (i) Welche Prognose haben Kinder mit genetischer HLH unter aktuellem Therapiestandard? (ii) Bei welchen genetischen Veränderungen sind leichtere, bei welchen schwerere Verläufe zu erwarten? Diese Unterscheidung ist wesentlich, um nicht Kinder mit guter Prognose unnötigen Therapierisiken auszusetzen. (iii) Wie gut können immunologische Tests zur Bewertung der Relevanz genetischer Veränderungen und zur Beurteilung der Prognose herangezogen werden?
Förderung der AG Junge GPOH
Projektleitung:
Dr. med. Marius Rohde, Klinik für Päd. Hämatologie, Onkologie und Immundefekte, Justus-Liebig Universität Gießen
Schwerpunkt, Zuordnung:
GPOH-Strukturförderung
Förderzeitraum:
2 Jahre: 01.07.2024 bis 30.06.2026
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.05 – 20.120,00 €
Projektbeschreibung:
Die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Junge GPOH (AG Junge GPOH) versteht sich als essenzieller Beitrag zur langfristigen Sicherstellung der fachlichen Entwicklung und des Austauschs für junge Ärztinnen und Ärzte in der Kinderonkologie und -hämatologie. Durch die beantragte Strukturförderung sollen laufende und zukünftige Aktivitäten der AG Junge GPOH unterstützt werden.
Seit ihrer Gründung im November 2022 hat sich die Junge GPOH als zentrale Plattform für junge Ärztinnen und Ärzte innerhalb der GPOH etabliert, um den fachlichen Austausch zu fördern, Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten und das starke Netzwerk im Bereich der Kinderonkologie und -hämatologie auszubauen.
Die beantragte Förderung soll die finanzielle Grundlage für die verschiedenen Projekte und Angebote der Arbeitsgemeinschaft bilden, darunter die regelmäßige Organisation und Durchführung von Fallkonferenzen und Webinaren, die Produktion und Verbreitung eines Podcasts, die Pflege und Weiterentwicklung der Webseite www.junge-gpoh.de, die Weiterführung und Verbesserung der Online-Lernplattform MORPHO sowie die Realisierung von Projekten zum Thema der Supportivtherapie. Zudem soll die Durchführung eines jährlichen Arbeitstreffens der aktiven AG-Mitglieder ermöglicht werden.
Die beantragten Sachmittel werden benötigt, um diese Angebote aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln. Dies beinhaltet unter anderem Kosten für Webhosting, Softwarelizenzen, technische Ausrüstung und die Unterstützung der Arbeit durch Refinanzierung von Reisekosten. Die Finanzierung soll auch dazu beitragen, die Projekte unabhängig vom persönlichen Engagement der einzelnen Mitglieder nachhaltig zu gestalten und sicherzustellen, dass die AG Junge GPOH ihre Arbeit im Sinne der Nachwuchsförderung im Bereich der pädiatrischen Onkologie und Hämatologie dauerhaft fortsetzen kann.
Stay Strong Surf Camps
Projektleitung:
Florian Gränert, Meer Leben e. V., Wenningstedt-Braderup
Schwerpunkt, Zuordnung:
Strukturförderung
Förderzeitraum:
2 Jahre: 01.05.2024 bis 30.04.2026
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.06 – 87.552,00 €
Projektbeschreibung:
STAY STRONG SURF CAMPS
10 Kids. 4 Tage. 1 Ziel: DIE WELLE ZURÜCK INS LEBEN SURFEN!
Seit 2006 realisieren wir im Rahmen des Meer Leben Surf Projektes therapeutische Surf Einheiten für onkologisch erkrankte Kinder und Jugendliche im Norden Deutschlands, auf der Insel Sylt. Damit sind wir Deutschlands erste Surfschule für Surf Therapie und Erlebnispädagogik.
Um Prozesse zu vereinfachen und zielgerichteter arbeiten zu können, haben wir 2020 den gemeinnützigen Verein Meer Leben e.V. gegründet.
Unser Team besteht u.a. aus Deutschlands erfahrensten Surf Therapeuten, die pro Jahr 150 bis 200 Kids in über 100 Therapieeinheiten bei ihren ersten Schritten im Meer begleiten.
Auf internationaler sowie nationaler Ebene entstehen immer mehr Projekte und Initiativen zum Thema Surf Therapie. Mit unseren nunmehr 18 Jahren praktischer Erfahrung im Bereich Surf Therapie für onkologisch erkrankte Kinder und Jugendliche haben wir ein Alleinstellungsmerkmal für die Deutsche Kinderkrebsstiftung und die SyltKlinik geschaffen.
Die STAY STRONG SURF CAMPS
Einer der wesentlichen Bestandteile der Surf Therapie und unserer Arbeit als Verein sind unsere Stay Strong Surf Camps.
In diesen 4-tägigen Camps liegt der Fokus auf den therapeutischen Surf Einheiten. Individuell wird diese Form der Surf Therapie an die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Teilnehmenden angepasst.
Die Surf Camps – konzipiert für jeweils bis zu 10 onkologisch erkrankte Jugendliche und Geschwisterkinder im Alter von 12 bis 18 Jahren – schaffen einen unnachahmlichen Mehrwert: In Hörnum, im Süden Sylts, umgeben von einzigartiger Natur- und Dünenlandschaften in einem Jugend- und Gästehaus, werden die Kinder rundum versorgt und betreut. Neben viel Interaktion und zwischenmenschlichem Austausch, der unter den Kindern mit ähnlichen Krankheitsgeschichten immer auch einen sicheren Raum im Vergleich zum Alltag darstellt, liegen die vielen positiven Effekte des Wellenreitens auf der Hand. Durch die Zeit am und im Wasser tanken sie Kraft und Selbstvertrauen. Ein pädagogisches Rahmenprogramm mit verschiedenen Kreativworkshops ergänzt die Therapie-Einheiten.
2023 haben wir erstmals auch ein Camp für junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren realisiert – ein großer Erfolg. Es hat sich gezeigt, dass die Teilnehmenden in dieser Altersstruktur sehr vom Surfen und dem Camp profitieren, um ihren individuellen Umgang mit der jeweiligen Krankheitsgeschichte zu finden.
Das erste Camp haben wir gemeinsam mit der DKS 2017 realisiert. Durch die Finanzierung der DKS konnten wir seitdem 20 Camps für knapp 200 onkologisch erkrankte Jugendliche sowie Geschwisterkinder ermöglichen.
Clonal architecture in juvenile myelomonocytic leucemia
Projektleitung:
Dr. Foued Ghanjati und Prof. Christian Flotho, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinikum Freiburg
Schwerpunkt, Zuordnung:
Translationale Forschung
Förderzeitraum:
2 Jahre: 01.07.2024 bis 30.06.2026
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.07 – 257.000,00 €
Projektbeschreibung:
„Die juvenile myelomonozytäre Leukämie (JMML) ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems im Kindesalter. Die JMML tritt meist vor dem 5. Lebensjahr auf und macht sich durch Blässe, Fieber, Infektionen, Leber- und Milzvergrößerung sowie Beteiligung der Lunge und der Haut bemerkbar. Wird die JMML nicht behandelt, ist die Erkrankung in vielen Fällen sehr rasch progredient und tödlich. Derzeit kann die JMML weder durch Chemo- noch durch Radiotherapie, sondern nur durch eine Knochenmarktransplantation geheilt werden. Allerdings haben spezifische Patientengruppen ein Rezidivrisiko von über 50% nach Transplantation. Eine zentrale Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten der JMML spielt die Hyperaktivierung des RAS-Signalweges in den Zellen, bedingt durch Mutationen in den Genen NRAS oder KRAS oder deren Regulatoren PTPN11, NF1 und CBL. Je nach ursächlicher Mutation unterscheidet sich die JMML hinsichtlich ihres klinischen Bildes, ihres Verlaufs, ihres Therapieansprechens und der Notwendigkeit einer Stammzelltransplantation. Neben den ursächlichen Mutationen können später hinzugekommene, sekundäre Mutationen diese Parameter beeinflussen. Sekundäre Mutationen werden bislang nur als solche in der Gesamtheit der JMML-Zellen eines Patienten nachgewiesen. Es ist nicht bekannt, in welcher Reihenfolge sie auftreten und welche Mutation einen speziellen Vor- oder Nachteil für eine Tumorzelle darstellt. In diesem Projekt werden wir mit Hilfe moderner Technologie genetische Landkarten sekundärer Mutationen auf der Ebene einzelner Zellen erstellen und damit die sogenannte „klonale Architektur“ von einzelnen JMML-Fällen rückblickend entschlüsseln. Die ermittelten genetischen Landkarten werden uns helfen, bislang ungeklärte klinische Fragestellungen zu beantworten und mit Hilfe dieses Wissens die klinische Betreuung von Betroffenen zu verbessern. Zunächst wollen wir den Zusammenhang zwischen der klonalen Architektur und dem Krankheitsbild und Verlauf anhand einer klinisch umfangreich dokumentierten Kohorte von Kindern mit JMML und unterschiedlichen ursächlichen Mutationen untersuchen. Unser zweites Ziel ist es, mit Hilfe der klonalen Architektur eine Strategie zu entwickeln, um den Verlauf von NRAS-mutierter JMML vorherzusagen, denn besonders bei dieser Gruppe ist die Entscheidung zwischen einer abwartenden Beobachtung und einer Stammzelltransplantation schwierig. Die gewonnenen Erkenntnisse werden unmittelbar veröffentlicht und bei der Patientenversorgung und bei Therapieentscheidungen berücksichtigt.
Langfristig sind die Erkenntnisse über die klonale Architekur wichtig bei der Entwicklung neuer innovativer Therapieansätze“
RB-Registry: clinical registry for prospective data on retinoblastoma epidemiology and clinical course
Projektleitung:
Prof. Dr. med. Petra Ketteler, Klinik für Kinderheilkunde 3, Universitätsklinikum Essen
Schwerpunkt, Zuordnung:
HIT-Register
Förderzeitraum:
3 Jahre: 01.08.2024 bis 31.07.2027
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.08 (Fortsetzung zu DKS 2020.14 und Vorläuferprojekten) – 494.283,00 €
Projektbeschreibung:
Augentumore im Kindesalter sind seltene Tumorerkrankungen. In Deutschland erkranken 56 Kinder pro Jahr an einem Augentumor und davon mehr als 90% an einem Retinoblastom. Die 5-Jahres Gesamtüberlebensrate aller Augentumore in Deutschland ist mit über 95% sehr gut, aber viele Patienten sind lebenslang durch Langzeitschäden der Therapie beeinträchtigt. In den letzten Jahren wurden zwei molekulare Subtypen des Retinoblastoms beschrieben, die möglicherweise mit unterschiedlich aggressiven Krankheitsverläufen einhergehen. Diese Subtypen können mit molekulargenetischen Methoden oder über die Färbung des Proteins TFF1 (Surrogatmarker) durch den Pathologen klassifiziert werden. Im Forschungsprojekt „InCh2RB“ sollen diese beiden Methoden zur Klassifikation der Subtypen verglichen werden und die Häufigkeit des Auftretens und der klinische Verlauf der beiden Subtypen anhand der Daten des RB-Registry untersucht werden. Das deutschland- und österreichweite klinische Register „RB-Registry“ erfasst seit 2013 prospektiv Daten zur Epidemiologie, dem Krankheitsverlauf und dem Auftreten von Zweittumoren bei Patienten mit Retinoblastomen und anderen kindlichen Augentumoren. Diese Daten sind die Grundlage für 1) Untersuchungen der Tumoreigenschaften bei Diagnose und dem Verlauf der Erkrankung 2) translationale Forschungsprojekte und 3) die Planung prospektiver klinischer Studien bei Patienten mit kindlichen Augentumoren. Das RB-Registry bietet multidisziplinäre Referenzbegutachtungen zur Verbesserung der Vergleichbarkeit der Untersuchungsergebnisse an den verschiedenen Zentren und eine Biobank, in der nach der Diagnostik verbliebenen Gewebematerialen für translationale Projekte aufbewahrt werden. Die Ergebnisse von InCh2RB sollen dazu beitragen, die Standarduntersuchungen an Retinoblastomgewebe bei Diagnose zu erweitern und damit die Risikostratifizierung für die Behandlung und die Nachsorge der betroffenen Patienten zu verbessern.
DEMO-CSF
Projektleitung:
Prof. Dr. Ulrich Schüller, Institut für Neuropathologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf; K. Pajtler, K. Maaß, Abteilung Pädiatrische Neuroonkologie, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg
Schwerpunkt, Zuordnung:
Translationale Forschung
Förderzeitraum:
3 Jahre: 01.10.2024 bis 30.09.2027
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.09 – 630.050,00 €
Projektbeschreibung:
Hirntumore sind nach wie vor die häufigste krankheitsbedingte Todesursache bei Kindern. Gleichzeitig wird die Behandlung von Hirntumoren bei Kindern immer individueller, da wir jetzt die DNA von Tumoren lesen und verstehen können, was eine Grundlage für eine klinisch relevante Klassifizierung in Dutzende von molekularen Tumorklassen darstellt. Für die Tumordiagnostik und die molekulare Klassifizierung ist nach wie vor eine chirurgische Gewebeentnahme erforderlich, die schwierig und risikoreich oder bei manchen Patienten sogar unmöglich sein kann. Punktionen von Gehirnwasser werden derzeit durchgeführt, um nach gestreuten Tumorzellen zu suchen, die mikroskopisch nachweisbar sein könnten, und ein großer Teil der Gehirnwasserproben von Kindern mit Hirntumoren in Deutschland wird im deutschen Referenzzentrum für kindliche GEhirnwasserdiagnostik in Hamburg analysiert (>500 Proben/Jahr). Während entsprechende Ergebnisse in die klinische Entscheidungsfindung einfließen, erlaubt die Mikroskopie von Gehirnwasserproben keine Tumorklassifikation und erkennt in vielen Fällen keine Tumorrückfalle. Wir schlagen daher ein Projekt vor, das zusätzlich zur Mikroskopie Gehirnwasserproben, die routinemäßig nach Hamburg geschickt werden, molekular analysiert. In dem gemeinsamen Projekt, das in Hamburg und am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg durchgeführt wird, sollen kleine Fragmente der genetischen Information, die im Gehirnwasser von Kindern schwimmen, analysiert werden. Während wir Proben verwenden, die den Patienten im Rahmen der Standarddiagnostik ohnehin entnommen werden, zielen wir auf eine empfindlichere und präzisere Hirntumordiagnostik und -überwachung bei Kindern ab. Durch den Vergleich unserer Ergebnisse mit den entsprechenden Gewebemerkmalen (falls vorhanden) und mit der klinischen Nachbeobachtung der Patienten werden wir die klinischen Auswirkungen solcher molekularen Analysen bewerten. Die in dieser Studie gewonnenen Daten werden die Grundlage für die weitere Validierung in kommenden klinischen Studien und für die künftige Einführung in die Routinediagnostik bilden.
KRANIOPHARYNGEOM Registry 2019 / Interimsfinanzierung
Projektleitung:
PD Dr. med. Carsten Friedrich, Klinik für Allgemeine Kinderheilkunde, Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinikum Oldenburg
Schwerpunkt, Zuordnung:
HIT-Register
Förderzeitraum:
1 Jahr: 01.09.2024 bis 31.08.2025
Mittelbereitstellung:DKS 2024.10 (Fortsetzung zu DKS 2021.12 und Vorläuferprojekten) – 26.580,00 €
Projektbeschreibung:
„Kraniopharyngeome sind seltene, gutartige Hirntumore der vorderen Schädelgrube, die in Deutschland jährlich bei etwa 25 bis 30 Kindern und Jugendlichen diagnostiziert werden. Aufgrund der anatomischen Nähe zu Sehnerv, Hypothalamus und Hirnanhangsdrüse kommt es durch das Tumorwachstum oder die Therapie häufig zu Langzeitfolgen mit einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität. Insbesondere bei einer Schädigung des Hypothalamus sind häufig schwere endokrine, kognitive und sozial-emotionale Defizite sowie eine starke Gewichtszunahme zu beobachten (hypothalamische Adipositas). Mit zunehmenden Fortschritten der Hirntumortherapie, immer besserer Tumorkontrolle und deutlich verbesserten Überlebenschancen hat in den letzten Jahren auch das Forschungsinteresse an Langzeitfolgen zugenommen.
Das vorliegende Register KRANIOPHARYNGEOM Registry 2019 hat folgende Ziele:
• Sammlung epidemiologischer Daten
• Sammlung von Informationen über die Behandlung und das Behandlungsergebnis sowie retrospektive Auswertung des Zusammenhangs zwischen Intervention und Ergebnis
• Erfassung von Spätfolgen und Lebensqualität
• Beurteilung der Qualität der Behandlung durch Datensammlung, Datenüberprüfung und Beratung durch das Registerzentrum und die Referenzeinrichtungen
• Schaffung einer Tumorbank als Grundlage für zukünftige biologische Forschungsvorhaben zur Identifizierung neuer Risikofaktoren und Angriffspunkte für zielgerichtete Therapeutika
Aufgrund ihrer Seltenheit gibt es in einem einzelnen kinderonkologischen Zentrum kaum umfassende Erfahrung bei der Betreuung dieser Patienten. Daher ist die überregionale Betreuung durch ein Kompetenzteam bestehend aus Kinderonkologen, Kinderendokrinologen, (Pädiatrischen) Neurochirurgen, Pathologen, Molekularbiologen, Humangenetikern und Strahlentherapeuten erforderlich. Diagnostik und Therapie erfolgen diagnoseorientiert und individualisiert in interdisziplinärer Zusammenarbeit der betroffenen Fachdisziplinen. Basierend auf den Ergebnissen der multizentrischen Studien Hit-Endo und KRANIOPHARYNGEOM 2000/2007 werden Kinder mit Kraniopharyngeom in Deutschland nach Therapieempfehlungen der GPOH-Kraniopharyngeom-Gruppe betreut und seit 2000 in GPOH-Studien erfasst.
Die einheitliche Erfassung der Patienten in einem speziellen Register bildet darüber hinaus den Grundstein für eine zukünftige Harmonisierung der Betreuung im internationalen Rahmen. Auf der Grundlage der bisher gesammelten Daten und der internationalen Fachliteratur werden präzisierte interdisziplinäre Therapieempfehlungen erarbeitet und aktualisiert, die die weitere Betreuung dieser Patienten verbindlich nach GCP-Kriterien vorgeben, jedoch nicht Bestandteil des Registers sind. Das KRANIOPHARYNGEOM Registry 2019 ist die Grundlage für eine weitere wissenschaftliche Bearbeitung dieser seltenen Erkrankung im Kindesalter.
Primäres Ziel des vorliegenden Projektes ist es, durch weitere finanzielle Unterstützung die Arbeit des GPOH-Registers für Kraniopharyngeome sowie Xanthogranulome, Zysten der Rathketasche, Meningeome, Hypophysenadenome, Arachnoidalzysten bei Kindern und Jugendlichen sicherzustellen und die bestehende Infrastruktur hinsichtlich Erfassung, Referenzbeurteilung und wissenschaftlichen Projekten aufrecht zu erhalten.
Die bisherige Rekrutierung im KRANIOPHARYNGEOM Registry 2019 (von 10/2019 bis 12/2023: 165 Patienten (davon 90 mit Kraniopharyngeom) verlief erfolgreich und entsprach den aufgrund der Inzidenzen zu erwartenden Patientenzahlen.“
Cytokines for interception of childhood leukemia
Projektleitung:
Prof. Dr. Aleksandra Pandyra, Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie, Universitätsklinikum Bonn
Schwerpunkt, Zuordnung:
Translationale Forschung
Förderzeitraum:
30.09.2027
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.11 – 218.495,00 €
Projektbeschreibung:
„Die akute lymphoblastische B-Zell-Vorläufer Leukämie (BCP-ALL) ist die häufigste Ursache für krebsbedingte Todesfälle bei Kindern. Die Behandlung der BCP-ALL ist immer noch bei etwa 20% der Kinder erfolglos. Die Therapie ist außerdem für das sich entwickelnde Kind toxisch und einhergehend mit lebenslangen gesundheitlichen Schäden. Daher sind neue Strategien zur Prävention der BCP-ALL vor ihrer Manifestation, sowie zur Therapie bei klinischer Präsentation dringend erforderlich.
Etwa 5 % der Kinder entwickeln bereits vor der Geburt präleukämische Zellklone, die über Jahre hinweg klinisch unauffällig bleiben können. Es wird angenommen, dass sich die häufigste Form der BCP-ALL (ETV6::RUNX1+ BCP-ALL) erst entwickelt, nachdem eine zweite onkogene Mutation einen präleukämischen Klon postnatal getroffen hat. Eine dysregulierte Immunreaktion, möglicherweise aufgrund einer genetisch bedingten abnormen Reaktion auf Infektionen, ein abnormales Expressionsprofil körpereigener Botenstoffe (Zytokine) und ein Mangel an angemessener Immunüberwachung sind wichtige Kofaktoren, die die Entwicklung der Leukämie auslösen können, aber die zugrundeliegenden Mechanismen sind bisher nicht ausreichend verstanden.
Bisherige publizierte und eigene Studien zeigen deutlich, dass Zytokine die Pathogenese der
ETV6::RUNX1+ BCP-ALL sowie deren präleukämische Klone beeinflussen. So ist z.B. ein Mangel an Interleukin-10 assoziiert mit BCP-ALL. Ursache dafür scheint eine Beeinträchtigung der B-Zell-Entwicklung und vermehrt auftretende DNA-Schäden in B-Zellen zu sein. Außerdem wurde eine angeborene Störung der Expression bestimmter Zytokine bereits mit BCP-ALL assoziiert. Daher zielt das vorgeschlagene Projekt (1) auf eine umfassende Analyse der Rolle von pro-inflammatorisch Zytokinen (TNFalpha IL-1beta, BAFF and IFNalpha) bei der Immunüberwachung der BCP-ALL und (2) auf die therapeutische Modulation der Zytokin-Signalübertragung ab, um die antileukämischen Immunantworten zu verstärken und prä- und leukämische Klone auszuschalten.
Zu diesem Zweck werden modernste, gentechnisch hergestellte in-vitro-, ex-vivo- und in-vivo-Tier- und Humanmodelle für präleukämische und leukämische Zustände eingesetzt. Unter anderem wurden bereits präleukämische humane Nabelschnurblutproben sowie primäre BCP-ALL Patientenproben in immundefiziente Mausmodelle transplantiert.
Die Interaktion der präleukämischen und leukämischen Zellen mit Zytokinen kann mittels dieser Modelle ex vivo und in vivo untersucht und z.B. mittels blockierender Antikörper moduliert werden. Basierend auf eigenen Vorarbeiten ist z.B. der B-Zell aktivierende Faktor BAFF, ein Zytokin, das bei der BCP-ALL eine wichtige Rolle spielen könnte. Wie wir zeigen konnten ist dessen Rezeptor hoch exprimiert in ETV6::RUNX1+ BCP-ALL und BAFF könnte durch Bindung und Aktivierung des Rezeptors das Überleben der Zellen fördern. Gegen BAFF richtet sich der zur Behandlung zugelassene Antikörper Belimumab, dessen anti-präleukämische/-leukämische Wirkung in diesem Projekt getestet werden soll.
Das vorgeschlagene Projekt wird zur Entwicklung neuartiger Interventionsstrategien für die Leukämie im Kindesalter führen.“
International Registry of the HIT-HGG Study Group for Pediatric Patients and Young Adults with High Grade Gliomas (iHIT-HGG – Interimregister)
Projektleitung:
Prof. Dr. med. Christof Kramm, Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie; Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsmedizin Göttingen
Schwerpunkt, Zuordnung:
HIT-Register
Förderzeitraum:
1 Jahr: 01.01.2025 bis 31.12.2025
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.12 (Fortsetzung zu DKS 2015.17 und Vorläuferprojekten) – 138.523,00 €
Projektbeschreibung:
Das iHIT-HGG Register sammelt epidemiologische, diagnostische und klinische Daten von pädiatrischen Patienten und jungen Erwachsenen, die an einem hochgradigen Gliom erkrankt sind und an einer pädiatrischen onkologischen Klinik der Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) in Deutschland, Österreich oder der Schweiz behandelt werden oder wurden. Ziel des Registers ist der kontinuierliche Erhalt der Datengrundlage für den weiteren wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn durch die fortlaufende Erfassung pädiatrischer HGG-Patient*Innen und ihrer klinischen Verläufe. Die Teilnahme onkologischer Kliniken über die GPOH hinaus wird sehr begrüßt.
Weiterführung der Strukturförderung für die Geschäftsstelle der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH)
Projektleitung:
Prof. Dr. med. Martin Schrappe, Vorsitzender und Gudula Mechelk, Geschäftsführerin der GPOH e. V.
Schwerpunkt, Zuordnung:
GPOH-Strukturförderung
Förderzeitraum:
2 Jahre: 01.01.2025 bis 31.12.2026
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.13 (Fortsetzung zu DKS 2022.05 und Vorläuferprojekten) – 352.076,00 €
Projektbeschreibung:
Die Geschäftsstelle der GPOH in Berlin übernimmt zentrale organisatorische, administrative und strategische Aufgaben für die Fachgesellschaft. Dazu gehören die Verwaltung der rund 1.000 Mitglieder umfassenden Datenbank, die Sicherstellung eines reibungslosen Informationsflusses innerhalb und außerhalb der GPOH sowie betriebswirtschaftliche Tätigkeiten. Eine besonders umfangreiche Aufgabe ist die Organisation und Koordination der jährlichen Mitgliederversammlung im Rahmen der GPOH-Jahrestagung. In enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand und einem Vorbereitungsteam stellt die Geschäftsstelle zudem ein wissenschaftlich anspruchsvolles Programm zusammen. Während dieser Tagung wird auch der von der Deutschen Kinderkrebsstiftung finanzierte GPOH-Nachwuchspreis verliehen. Durch die kontinuierliche Unterstützung des Vorstands und die Koordination der internen Kommunikation hat sich die Geschäftsstelle als verlässlicher und professioneller Partner etabliert. Ein zentrales Anliegen der GPOH ist die Förderung des klinischen und wissenschaftlichen Nachwuchses. Nur durch nachhaltige Nachwuchsarbeit kann langfristig eine qualitativ hochwertige Versorgung krebskranker Kinder und Jugendlicher gesichert werden. Die Geschäftsstelle begleitet daher zahlreiche Fortbildungs- und Wissenschaftsformate. Dazu zählt die „German School of Pediatric Oncology and Hematology (POH)“, ein interaktiver, klinisch orientierter Workshop für den ärztlichen Nachwuchs, der seit 2014 von der Deutschen Kinderkrebsstiftung gefördert wird. Ebenso unterstützt sie Arbeitsgruppen- und Fachgruppentreffen, darunter die Initiative „Junge GPOH“, die inzwischen mehrere hundert Mitglieder vernetzt. Ein weiteres zentrales Format ist die jährliche Studienleitertagung, bei der studienspezifische Inhalte sowie übergreifende Themen für alle Studiengruppen behandelt werden. Diese Angebote stärken die fachliche Vernetzung, sichern einen hohen Informationsstandard und fördern exzellente Wissenschaft zum Wohle der Patientinnen und Patienten. Auch digitale Entwicklungen werden durch die Strukturförderung ermöglicht. Die Zusammenführung von GPOH.de mit den Patientenportalen Kinderkrebsinfo.de und Kinderblutkrankheiten.de hat eine zentrale Informationsplattform geschaffen, die künftig weiter modernisiert und benutzerfreundlicher gestaltet werden soll. Digitalisierung hat innerhalb der GPOH hohe Priorität, unter anderem durch neue Arbeitsgruppen zu Künstlicher Intelligenz, Telemedizin und innovativen Versorgungsmodellen. Zudem unterstützt die Geschäftsstelle zunehmend Studiengruppen bei Koordination, Informationsweitergabe und administrativen Prozessen. Sie fungiert als Schnittstelle zwischen Vorstand, Studiengruppen und Förderorganisationen. Die enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinderkrebsstiftung bleibt dabei eine wesentliche Grundlage, um Zukunftsthemen wie digitale Medizin, moderne Forschungsstrukturen und innovative Studienkonzepte erfolgreich voranzubringen.
Ausbau, Optimierung und Verstetigung des Informationsportals www.gpoh.de / kinderkrebsinfo
Projektleitung:
Prof. Dr. med. Ursula Creutzig, Projektleitung gpoh.de/kinderkrebsinfo, Prof. Dr. med. Martin Schrappe, Vorsitzender der GPOH e. V., Prof. Dr. med. Angelika Eggert, Klinik für Pädiatrie m. S. Onkologie und Hämatologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Schwerpunkt, Zuordnung:
GPOH-Strukturförderung
Förderzeitraum:
2 Jahre: 01.01.2025 bis 31.12.2026
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.14 (Fortsetzung zu DKS 2022.07 und Vorläuferprojekten) – 287.248,00 €
Projektbeschreibung:
„Hintergrund: Das Internetportal www.gpoh.de/kinderkrebsinfo (zuvor www.kinderkrebsinfo.de) stellt Informationen zu Krebs im Kindes- und Jugendalter bereit. Es richtet sich an Patienten und Angehörige sowie Ärzte und Wissenschaftler und dient der strukturierten Vermittlung von Expertenwissen und der Vernetzung zwischen den verschiedenen Zielgruppen. Das Portal wurde im Jahr 2003 im Rahmen des Kompetenznetzes Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (KPOH) initiiert und hat sich seitdem zu einem umfangreichen, qualitätsgeprüften Informationsangebot in der deutschen Kinderonkologie entwickelt. Auf inzwischen fast 3.100 deutschsprachigen Seiten können sich Betroffene und Fachleute zielgruppengerecht, umfassend und aktuell über nahezu alle Aspekte pädiatrisch-onkologischer Erkrankungen informieren.
Vorarbeiten und Ergebnisse: Seit Anfang 2009 wird www.gpoh.de/kinderkrebsinfo von der Deutschen Kinderkrebsstiftung (DKS) mit Mitteln für Personal und Technik gefördert. Die bisherige Unterstützung diente vor allem dem inhaltlichen Ausbau der Patientenseiten, der Aktualisierung und Pflege der stetig wachsenden Inhalte, der Koordinierung und dem Ausbau der Mehrsprachigkeit sowie der Konzipierung und Eröffnung neuer Seiten zu bislang nicht bearbeiteten Themenbereichen. Darüber hinaus ermöglichte die Förderung insgesamt drei technisch und strukturell notwendige Relaunchs, u.a. zwecks Bereitstellung eines „“Responsiven Webdesigns“ für die Nutzer mobiler Endgeräte. Seit Ende 2021 läuft das Portal unter neuer Domäne, bedingt durch die Zusammenführung der Webseiten von kinderkrebsinfo und der GPOH. Für den weiterhin sicheren Betrieb des Portals wurde ein System-Update (von ZMS3 auf ZMS5) durchgeführt. Das Informationsangebot erfreut sich positiver Resonanz, dies verdeutlichen die hohen Zugriffszahlen im In- und Ausland.
Aktuelles Vorhaben: Die Nachhaltigkeit des Informationsportals setzt auch zukünftig intensive Pflege und regelmäßige Aktualisierung der Inhalte voraus. Darüber hinaus soll das Angebot für Betroffene weiter ausgebaut werden, um die bestehenden Informationslücken zu schließen. Angestrebt wird die sukzessive Erstellung weiterer wichtiger allgemeiner und krankheitsbezogener Patiententexte: Kurzinformationen sollen z. B. zur chronischen myeloischen Leukämie (CML), zu verschiedenen soliden Tumoren (wie intra- und extrakranielle Keimzelltumoren, Kraniopharyngeom, Nasopharynkarzinom) sowie zur großen Gruppe der seltenen Tumoren (u. a. Hauttumoren, HNO-Tumoren, Tumoren des Gastrointestinaltraktes, der Gonaden, Lunge, des ZNS, Nieren-, Blasen- und Skelettsystems) hinzukommen. Für einige Krankheitsbilder (etwa Wilms-Tumor, Knochen- und Weichgewebetumoren) plant die Redaktion weitergehende Informationen in Form ausführlicher Patiententexte. Vorgesehen ist auch, bislang erst in Ansätzen bearbeitete Themengebiete (u.a. zu Spätfolgen und Langzeitnachsorge) systematisch und umfassend zu erarbeiten und die Mehrsprachigkeit der Inhalte (englisch, türkisch, russisch) weiter voranzutreiben. Auf diese Weise sollen auch bisher unvollständig berücksichtigte Zielgruppen (wie ehemalige Patienten, Patienten mit seltenen bösartigen Erkrankungen, Patienten mit anderer Muttersprache) angesprochen und bedarfsgerecht mit Informationen unterstützt werden.
Hauptziel ist, mit www.gpoh.de/kinderkrebsinfo dem Wunsch und der Nachfrage möglichst aller Betroffenen entgegenzukommen.“
An integrated therapeutic approach for relapsed T-ALL
– IntReALL T 2020 – International Study for Treatment of Childhood Relapsed T-cell ALL
2020
– HEM-iSMART: International proof of concept therapeutic Stratification trial of Molecular
Anomalies in Relapsed or Refractory HEMatological malignancies in children
Projektleitung:
Dr. med. Andrej Lissat, Klinik für Pädiatrie m. S. Onkologie und Hämatologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Schwerpunkt, Zuordnung:
Multizentrische klinische Studien
Förderzeitraum:
8 Jahre: 01.03.2025 bis 28.02.2033
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.15 – 999.454,00 €
Projektbeschreibung:
„Die Prognose pädiatrischer rezidivierter T-ALL Patienten ist nach Jahren intensiver klinischer und präklinischer Forschung weiterhin äußerst schlecht und erreicht ein EFS von 30%. Problematisch ist die Resistenz gegenüber Steroiden und Chemotherapeutika, die trotz der in den IntReALL HR und ALL REZ Studien angewandten intensiven Chemotherpieregime zu einem schlechten Therapieansprechen führt und eine erfolgreiche Stammzelltransplantaton verhindert. Weniger als 2 von 5 Patienten überleben ihr Rezidiv. Die Seltenheit der T-ALL Rezidive – in Deutschland werden ca. 10 – 20 Patienten pro Jahr diagnostiziert – erzwingt eine nationale Strategie zur Identifikation dieser Patienten durch die ALL REZ Studiengruppe und Einschluss in inernationale Studien, um in einem sicheren Rahmen die Therapie zu optimieren und neue Medikamente einzuführen. Dazu plant die IntReALL Gruppe zwei internationale Studien: eine Induktionsstudie (IntReALL T 2020) und eine auf genetischen Aberrationen der individuellen Leukämie basierende Konsoliderungsstudie (HEM-iSMART). Übergeordnetes Ziel ist es, durch beide Studien die Prognose der T-ALL Patienten substanziell zu verbessern.
In der IntReALL T 2020 Studie ist gplant, die Chemotherapie mit dem BCL-2 Inhibitor Venetoclax zu kombinieren, der den Zelltod beschleunigt. Zudem wird ein randomisiert geprüft, ob der gegen das Oberflächenmerkmal CD38 gerichete Antikörper Daratumumab das Ansprechen auf die Induktion verbessert und zu einer höheren Rate an allogener Stammzelltransplantation (aHSZT) führt. Alle Patienten mit T-ALL Rezidiv erhalten bei Diagnose im Rahmen der ALL REZ BFM Refenrenzdiagnostik eine RNA-Sequenzierung, welche die genetischen Merkmale der Erkrankung aufzeigt und Angriffspunkte für zielgerichtete Therapien identifiziert. Patienten, die schlecht auf die Induktion ansprechen und hohe Werte einer minimalen Resterkrankung (MRD) zeigen, werden basierend auf den genetischen Merkmalen zur Konsolidierung in die HEM-iSMART Studie stratifiziert. Die HEM-iSMART Studie ist als Plattform-Studie mit unabhängigen Studienarmen und einem übergreifenden Master-Protokoll konzipiert, um neue Medikation insbesondere bei kleinen Studienpopulationen schnell einzuführen. Patienten mit ABL-Fusionen oder verwandten Veränderungen werden mit Dasatinib / Venetoclax, Patienten mit Interleukin-7 Rezeptor und JAK-STAT Alterationen mit Ruxolitinib / Venetoclax und Patienten mit Aktivierung des MAPK Signalwegs mit Trametinib behandelt. Patienten ohne Alteration erhalten eine Therapie mit Decitabine in Kombination mit Venetoclax und Navitoclax.
Diese akademisch inititiiterten Studien haben das Ziel, über ein höchst integratives Konzept von Phase III und Phase I/II Studien, – aufbauend auf den bereits bestehenden Erfahrungen der IntReALL Gruppe bei B-Vorläufer ALL Reziven – die derzeit noch schlechte Prognose der T-ALL Rezidivpatienten in den nächsten Jahren substanziell zu verbessen. Ziel des Antrags ist die Finanzierung der nationalen Kosponsorschaft und der GCP konformen Durchführung in Deutschland.“
Maligne Endokrine Tumoren im Kindes- und Jugendalter – Zwischenfinanzierung
Projektleitung:
Dr. Antje Redlich, Universitätskinderklinik, Otto-von-Guericke Universität Magdeburg; Prof. Dr. Michaela Kuhlen, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Augsburg
Schwerpunkt, Zuordnung:
Register
Förderzeitraum:
6 Monate: 01.01.2025 – 30.06.2025
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.16 – 93.155,81 €
Projektbeschreibung:
„Maligne endokrine Tumoren (MET) im Kindesalter gehören zu den sehr seltenen Tumoren. MET sind heterogene Entitäten mit unterschiedlicher Klinik und Prognose. Im GPOH-MET Register werden Kinder und Jugendliche mit adrenokortikalen Tumoren (ACT), Phäochromozytomen/Paragangliomen (PPGL), differenzierten Schilddrüsenkarzinomen (DTC), medullären Schilddrüsenkarzinomen (MTC) und Neuroendokrinen Tumoren (NET) des Gastroenteropankreatischen Systems (GEP) systematisch erfasst. Jährlich werden 70-80 Kinder und Jugendliche in das Register gemeldet. Die Behandlung von Kindern mit MET erfolgt interdisziplinär. Aufgrund der Seltenheit besteht ein hoher interdisziplinärer Beratungsbedarf während der gesamten Diagnostik und Therapie.
Lokalisierte, komplett resezierbare MET haben in der Regel eine gute Prognose. Hier müssen die Reduktion von Komplikationen und therapiebedingten Langzeitfolgen wichtige Ziele in der Weiterentwicklung von Behandlungs- und Nachsorgekonzepten sein. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist die Etablierung eines „Referenzzentrum Nuklearmedizin“ zur Standardisierung der Radioiodtherapie und langfristig Erfassung und Reduktion von Spätfolgen.
Für Hochrisikopatienten (z.B. lokal fortgeschrittene und metastasierte ACC, MTC, PPGL) ist die Prognose weiterhin schlecht, viele Patienten versterben an ihrer Erkrankung. Für diese Patienten werden innovative Therapiekonzepte benötigt. Aufgrund der geringen Fallzahlen sind klinischen Studien aber nur für ausgewählte Patienten und Fragestellungen im internationalen Kontext möglich. Übergeordnetes Ziel ist es, möglichst viele Patienten in klinische Studien (Phase I-III) einzuschließen, um damit einerseits diesen Patienten innovative Therapieansätze mit größtmöglicher Patientensicherheit anbieten zu können und andererseits den bestmöglichen Erkenntnisgewinn zur Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten und -standards zu erzielen.
Die zentralen Ziele des neuen GPOH-MET Registers/ dieses Projektantrags sind daher:
Register zur Erfassung von seltenen Tumoren bei Kindern und Jugendlichen STEP 2.0
Projektleitung:
PD Dr. Ines B. Brecht, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderheilkunde I Hämatologie, Onkologie, Gastroenterologie, Nephrologie, Rheumatologie, Universitätsklinikum Tübingen; Prof. Dr. Dominik T. Schneider, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Klinikum Dortmund gGmbH
Schwerpunkt, Zuordnung:
Register
Förderzeitraum:
3 Jahre: 01.01.2025 – 31.12.2027
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.17 (Fortsetzung zu DKS 2018.18 und Vorläuferprojekten) – 530.406,00 €
Projektbeschreibung:
„Kein Patient sollte einen Nachteil erleiden, weil seine Erkrankung selten ist. Die klinisch und biologisch äußerst heterogenen seltenen Tumoren im Kindesalter beginnen allmählich ihren Status als „orphan diseases“ zu verlieren. Durch nationale und internationale interdisziplinäre Vernetzung gelang es der STEP-Arbeitsgruppe in den letzten Jahren dank jahrelanger Förderung durch die Deutsche Kinderkrebsstiftung, die klinische Versorgungssituation signifikant zu verbessern und die Forschung voranzutreiben.
Die Tätigkeit der STEP-Arbeitsgruppe gliedert sich in drei Teilprojekte: 1. Klinische Erfassung seltener pädiatrischer Tumoren im STEP-Register, 2. Beratungen und weitere Referenzleistungen, 3. Wissenschaftliche Projekte.
1. Seit dem Start der prospektiven Patientenerfassung in das STEP-Register (2012) konnten bis Ende 2023 1020 Patienten erfasst werden (Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden.). Im Jahre 2021 begann die Dokumentation in der elektronischen Datenbank MARVIN. So wurde die Grundlage für detaillierte Auswertungen der Behandlungsdaten gelegt. Durch Harmonisierung der Datenerfassung im Rahmen des EU-PARTNER-Projektes wurde der Datenaustausch mit anderen europäischen Arbeitsgruppen ermöglicht. Aktuell wurde zudem mit dem National Cancer Institute (NCI) eine Initiative zur Erleichterung des transatlantischen Datenaustauschs etabliert.
2. Parallel wurde ein nationales und internationales Beratungsnetzwerk entwickelt, sodass Patienten auf Grundlage von international abgestimmten Empfehlungen und nach einer individuellen Beratung im wöchentlichen interdisziplinären Tumorboard für Seltene Tumoren behandelt werden können. Diese Beratungsleistungen sind unabhängig vom eigentlichen Register und werden seit 2023 national über Referenzleistungen und international über das europäische Referenznetzwerk für pädiatrische Onkologie (ERN PaedCan) finanziert. Als wichtige Grundlage für diese Beratungen dienen etliche entitätsspezifische Auswertungen des STEP-Registers, welche in der zurückliegenden Förderperiode zur Erarbeitung von international konsentierten Empfehlungen für Diagnostik und Therapie geführt haben.
3. Die wissenschaftlichen Auswertungen der Daten des STEP-Registers sowie deren Verknüpfung mit molekularen Projekten stellen die entscheidende Grundlage für den Fortschritt auf dem Gebiet der seltenen pädiatrischen Tumoren dar und sollen auch in der kommenden Förderphase weiter vorangetrieben werden. Das Ziel dieser wissenschaftlichen Projekte ist eine bessere Charakterisierung der Tumoren, um sie von den entsprechenden Entitäten bei Erwachsenen zu unterscheiden und die diagnostischen und therapeutischen Strategien weiter anzupassen. Darüber hinaus geht es in den geplanten molekularbiologischen und translationalen Projekten einerseits um die Frage der Entstehung der seltenen kindlichen Tumoren, z.B. auf Grundlage einer genetischen Prädisposition, andererseits um die Identifizierung von therapeutischen Targets, um Kindern und Jugendlichen Zugang zu innovativen zielgerichteten Therapien und im besten Fall zu frühen klinischen Studien zu ermöglichen. Durch diese wissenschaftlichen Auswertungen auf Grundlage der wachsenden Registerdatenbank soll die Behandlung also kontinuierlich weiter optimiert werden, sodass die Patienten trotz der Seltenheit ihrer Erkrankungen am wissenschaftlichen Fortschritt partizipieren.“
Beratungszentrum für Partikeltherapie in der pädiatrischen Onkologie
Projektleitung:
Prof. Dr. med. B. Timmermann, Universitätsklinikum Essen, Klinik für Partikeltherapie, Westdeutsches Protonentherapiezentrum Essen (WPE)
Schwerpunkt, Zuordnung:
Qualitätssicherung, Beratung
Förderzeitraum:
15.02.2025 – 31.12.2027
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.18 (Fortsetzung zu DKS 2021.22 und Vorläuferprojekten) – 342.720,00 €
Projektbeschreibung:
„Seit der Gründung im Jahr 2012 bietet das Beratungszentrum für Partikeltherapie in der pädiatrischen Onkologie (im Folgenden Beratungszentrum Partikeltherapie), unter der Leitung von Frau Prof. Dr. med. Beate Timmermann, eine unverzichtbare Unterstützung für Fachkollegen, Eltern, Angehörige und Betroffene aus dem In- und Ausland. Das Beratungszentrum Partikeltherapie bietet eine individuelle und unabhängige Fallberatung zur Indikation einer Partikeltherapie oder alternativen Therapiemöglichkeiten an. Dabei umfasst das Beratungsspektrum alle Altersgruppen bis zu 21 Jahren und deckt ein breites Spektrum an onkologischen Erkrankungen ab. Die Arbeit des Beratungszentrums Partikeltherapie wird durch die Förderung der Deutschen Kinderkrebsstiftung ermöglicht und zielt auf die kontinuierliche Verbesserung der Behandlungsqualität in der pädiatrischen Onkologie ab.
Seit der initialen Idee zur Beratung und Aufklärung von strahlentherapeutischen Fragestellungen kamen über die Jahre zunehmend weitere Schwerpunkte und übergreifende Ziele hinzu. Ein weiteres, zentrales Anliegen des Beratungszentrums Partikeltherapie sind Maßnahmen zur Qualitätssicherung in der Strahlentherapie von Kindern und Jugendlichen. Dies wird durch die kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der Therapieprotokolle und der RTQA erreicht. Des Weiteren strebt das Beratungszentrum Partikeltherapie stets eine enge Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Forschungsgruppen sowie Kliniken an, um den Austausch von Wissen und Erfahrungen zu fördern und die Behandlungsqualität zu steigern. Die systematische Integration der Partikeltherapie in die Protokolle der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) ist weiterhin ein langfristiges Ziel, um diese innovative Therapieform für mehr Patienten zugänglich zu machen. Außerdem arbeitet das Beratungszentrum Partikeltherapie kontinuierlich an der Entwicklung und Aktualisierung von Leitlinien und Indikationskatalogen, die eine fundierte Entscheidungsgrundlage für den Einsatz der Partikeltherapie bieten. Durch Fortbildungen und öffentliche Aufklärung soll zudem das Wissen über die Möglichkeiten der Partikeltherapie verbreitet und vertieft werden.
Seit der Neustrukturierung der Referenzstrahlentherapie und Gründung des HIT RT-Konsortiums im Jahr 2019 konzentriert sich das Beratungszentrum Partikeltherapie im Rahmen des aktuellen Förderantrags auf Anfragen, Beratungen sowie Aktivitäten zu pädiatrischen Non-ZNS-Tumoren. Diese Fokussierung erlaubt eine zielgerichtete Beratung in einem Bereich, der aufgrund der Seltenheit und Komplexität dieser Tumorarten besondere Aufmerksamkeit erfordert.“
Phase 2 Study of Ribociclib and Everolimus Following Radiotherapy in Pediatric and Young Adult Patients Newly Diagnosed with High-Grade Glioma (HGG), including Diffuse Intrinsic Pontine Glioma (DIPG), which Harbor Alterations of the Cell Cycle and/or PI3K/mTOR Pathways
Projektleitung:
Prof. Dr. med. Olaf Witt, Klinik für Kinderheilkunde III Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Pneumologie, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Heidelberg, PD Cornelis van Tilburg (MD, PhD), Hopp-Kindertumorzentrum, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg
Schwerpunkt, Zuordnung:
PHASE-I-/II-Studien
Förderzeitraum:
01.01.2025 – 31.12.2038
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.19 – 1.213.472,00 €
Projektbeschreibung:
„Die Aussichten für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit hochgradigen Gliomen (HGGs) sind nach wie vor düster: Die Überlebenschancen nach 5 Jahren sind trotz intensiver Behandlung unter 10%, was eine unablässige Suche nach neuen und wirksameren Behandlungsmöglichkeiten für diese aggressiven Hirntumoren erfordert.
Neueste Forschungen haben gezeigt, wie diese Tumoren funktionieren und wo neue Behandlungsmöglichkeiten ansetzen könnten. Mittels genomweiter Sequenzierungsanalysen („Ergbutaufschlüsselung“) konnten wiederkehrende Veränderungen in den Tumoren in verschiedenen pädiatrischen HGGs und HGGs junger Erwachsener gefunden werden, die möglicherweise gezielt behandelt werden können. Diese Veränderungen betreffen unter anderem den Zellzyklus und die PI3K/mTOR-Signalwege.
In dieser Phase-2-Studie TarGeT-A, bei der es sich um Arm A einer molekular-gesteuerten, mehrarmigen Phase-2-Studie für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit neu diagnostiziertem HGG, einschließlich diffusem intrinsischem Ponsgliom (DIPG), handelt, werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit neu diagnostiziertem HGG und DIPG mit Veränderungen im Zellzyklus und/oder PI3K/mTOR-Signalwegs mit der Kombination aus den Medikamenten Ribociclib und Everolimus nach einer Strahlentherapie behandelt. Ziel ist es, die Wirksamkeit dieser molekularen zielgerichteten Behandlung anhand des progressionsfreien (ohne Fortschreiten der Erkrankung) Überlebens (HGG [Stratum A]) bzw. Gesamtüberlebens (DIPG [Stratum B]), sowie relevante Parameter (sog. Biomarker) zu untersuchen. Die Ergebnisse der Patienten mit primärem HGG im Thalamus/Rückenmark und/oder sekundärem (strahlenbedingtem) HGG (Stratum C) werden deskriptiv (beschreibend ohne statistische Analysen) ausgewertet. Radiologische Ansprechraten mittels MRT sowie Nebenwirkungen der Medikamente werden ebenfalls untersucht. Zudem werden in Stratum D die empfohlenen Dosen von Ribociclib und Everolimus bei einer Kombinationstherapie bei Patienten mit metastasierter Erkrankung, die im Vorfeld eine Bestrahlung des Gehirns und Rückenmarks erhalten haben, bestimmt.
Aufgrund der neuen Ribociclib-Pulverformulierung („powder for oral solution“, PfOS) sollen die ersten sechs Patienten mit lokalisiertem (räumlich begrenztem) HGG oder DIPG helfen, die Dosis von Ribociclib zu ermitteln, die in Kombination mit Everolimus sicher und verträglich ist (Teil 1 der Studie). Diese Dosis wird für die nachfolgenden Patienten in Strata A-D von Teil 2 der Studie verwendet.
Das Nationwide Children’s Hospital, akademischer Sponsor der Studie, führt TarGeT-A im Rahmen des CONNECT-Netzwerks (Collaborative Network of Neurooncology Clinical Trials) durch. Es sollen ungefähr 100 Patienten in verschiedenen Einrichtungen in Deutschland, Australien, Kanada, Großbritannien und in den USA an der Studie teilnehmen. Europäischer Sponsorvertreter für die Durchführung der Studie an verschiedenen Zentren in Deutschland ist das Universitätsklinikum Heidelberg mit Prof. Olaf Witt als European Coordinating Investigator. In Deutschland werden potentielle Teilnehmer vom Multidisziplinären Tumorboard der Registerstudie INFORM identifiziert (Koordinator: Prof. Dr. med. Olaf Witt, ClinicalTrials.gov: NCT-2013-0220, Deutsches Klinisches Studienregister: DRKS00007623).“
BEACON2:
A Multi‐Arm, Multi‐Stage Phase I/II Platform Trial
For Relapsed Neuroblastoma
Projektleitung:
Prof. Dr. med. Angelika Eggert, Klinik für Pädiatrie m. S. Onkologie und Hämatologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Schwerpunkt, Zuordnung:
PHASE-I-/II-Studien
Förderzeitraum:
9 Jahre, 01.01.2025 – 31.12.2033
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.20 – 1.517.958,00 €
Projektbeschreibung:
Die Prognose von Patienten mit Hochrisiko-Neuroblastom bleibt trotz aggressiver multimodaler Therapiekonzepte vergleichsweise schlecht (< 55% 3-Jahres EFS). Die Langzeit-Überlebenschance bei Rezidiv eines Hochrisiko-Neuroblastoms liegt nach wie vor bei < 10%. Dies betrifft in Deutschland ca. 40 Patienten pro Jahr, für die bislang keine übergreifende Therapiestudie zur Re-Induktion im Rezidiv nach Hochrisiko-Erkrankung zur Verfügung steht. Es besteht somit bei dieser Patientengruppe ein großer ungedeckter Bedarf an der Entwicklung neuer Therapiestrategien und Erprobung neuer Wirkstoffe. Zukünftige Therapiestudien sollen aufgrund der besseren Rekrutierungsmöglichkeiten und kürzeren Studienlaufzeit im europaweiten Kontext durchgeführt werden (hier: 14 teilnehmende Länder). Die deutsche GPOH-Neuroblastom-Studiengruppe (Chair: A. Eggert, Steering Group: B. Hero, H. Lode, T. Simon) hat sich zu diesem Zweck mit der europäischen SIOPEN Studiengruppe zusammengeschlossen. Die zukünftige gemeinsame Studie BEACON2 ist eine mehrarmige, mehrstufige, randomisierte Studie der Phase 1/2. Sie wird mit insgesamt 160 international zu rekrutierenden Patienten zwei Stufen umfassen: Stufe 1 ist die Hauptrandomisierung der Arme A (Chemo-Immuntherapie mit Irinotecan, Temozolomid und Dinutuximab Beta) versus B (Chemo-Angiogenesehemmung mit Irinotecan, Temozolomid und Bevazizumab) auf der Basis der Ergebnisse zuvor durchgeführter Phase 2-Studien. Stufe 2 umfasst eine zusätzliche Kohorte zur Dosisbestätigung (Arm C und zukünftige neue Therapiearme), bevor zu einem späteren Zeitpunkt ein jeweils neuer Arm in Stufe 1 eingeführt werden kann. Die Verwendung dieses rollierenden MAMS-Designs ermöglicht die schnelle Einführung neuer Wirkstoffe/Schemata als neue Arme, wenn angemessen und vorbehaltlich der Genehmigung durch die jeweils zuständige Behörde. Translationale Begleitstudien in BEACON2 umfassen die molekulare Charakterisierung des Tumorgewebes und longitudinaler Liquid Biopsies. Es handelt sich bei dem Projekt um eine klinische Prüfung gemäß §4 (23) Arzneimittelgesetz (AMG).
Weiterbetrieb des zentralen Datenmanagements für Studien der GPOH (ZDM-GPOH) und Weiterbetrieb des Bilddatenservers für den HIT-Studienverbund
Projektleitung:
Dr. Thomas Grieskamp, GPOH ZDM gGmbH, Prof. Dr. med. Martin Schrappe, Vorsitzender und Gudula Mechelk, Geschäftsführerin der GPOH e.V.
Schwerpunkt, Zuordnung:
GPOH-Strukturförderung
Förderzeitraum:
2 Jahre, 01.01.2025 – 31.12.2026
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.21 (Fortsetzung zu DKS 2022.06 und Vorläuferprojekten) – 1.002.143,00 €
Projektbeschreibung:
Das zentrale Datenmanagement der GPOH (ZDM-GPOH) hat das Ziel den Betrieb, die Betreuung die Weiterentwicklung und das Datenmanagement einer GCP-konformen Datenbank als Kernaufgaben des Datenmanagements für die GPOH zu gewährleisten. Eine zentrale Datenbanklösung für Studien und Register der GPOH schafft und nutzt Synergien, die letztlich helfen bei allen Beteiligten Kosten einzusparen. Neben einer durch den Einsatz des gleichen Datenbanksystems vereinheitlichten und damit weniger fehleranfälligen Dokumentation trägt auch die Zentralisierung im Bereich Schulung und Benutzerverwaltung zur Minimierung des Aufwands bei. Dieses Projekt wird als Abteilung der GPOH ZDM gGmbH betrieben und existiert bereits erfolgreich seit über 12 Jahren. In dieser Zeit war es möglich das ZDM in vielen Bereichen professioneller und unabhängiger zu gestalten und die Kompetenzen in Richtung Komplettanbieter für das Datenmanagement klinischer Studien und Register auszuweiten. Bis Juli 2024 konnten so bereits 33854 Patienten für 54 Studien und Register in dieser Datenbank erfasst werden.
NHL-BFM Registry: Non-Hodgkin lymphoma diagnosed in children and adolescents
Projektleitung:
Prof. Dr. Dr. med. B. Burkhardt, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin – Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinikum Münster;
Prof. Dr. med. W. Wößmann, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Schwerpunkt, Zuordnung:
Register
Förderzeitraum:
2 Jahre, 01.04.2025 – 31.03.2027
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.22 (Fortsetzung zu DKS 2022.09 und Vorläuferprojekten) – 298.710,00 €
Projektbeschreibung:
„Das von der DKS geförderte NHL-BFM Registry erfasst seit 2012 alle neu erkrankten Kinder und Jugendlichen mit Non-Hodgkin Lymphomen (NHL) aus Deutschland, Österreich, Teilen der Schweiz und Tschechien. 2024 wurde das Register nach einer Rekrutierungspause umstrukturiert neu aufgesetzt. Die Ziele des NHL-BFM Registers umfassen die kontinuierliche populationsbasierte Erfassung und Analyse der klinischen und molekularen Charakteristika sowie der Therapie aller NHL bei Kindern und Jugendlichen. Damit schafft das Register eine Grundlage für die Entwicklung subtypspezifischer Studien, eine Langzeitnachbeobachtung nach Abschluss der Studien, die Beschreibung neuer Subgruppen durch klinisch-pathologisch-genetische Korrelationen, translationale experimentelle Forschung mit direktem Patientenbezug dar.
Nach strukturellem Aufbau des Registers, Dokumentation der Registerpatienten in MARVIN und Anpassung des Registers durch die bisherige DKS-Förderung, besteht die aufwändigste kontinuierliche Aufgabe im stetigen Monitoring der Daten mit Korrekturen und Komplettierung, die für Qualitätssicherung und Forschung unentbehrlich sind. Auf Basis des Registers konnten 2017 die Therapieoptimierungsstudie für reifzellige B-NHL, 2019 für lymphoblastische Lymphome und 2021 für Standard-Risiko-ALCL (Anaplastisch-großzellige Lymphome) initiiert werden. Die Ergebnisse biologischer Forschung werden an geeigneten NHL-Registerpatienten validiert, um z.B. neue Risikostratifizierungen zu etablieren und in die klinische Routine zu transferieren. Das Register ermöglicht eine vollständige Erfassung aller Kinder mit NHL eines Subtyps auch bei Nichteinschluss in die klinischen Studien. Im Unterschied zu anderen internationalen Studiengruppen ist es der NHL-BFM Studiengruppe dadurch möglich, das Überleben aller Kinder mit NHL unabhängig von der Patientenselektion in Studien zu überprüfen. Seit Etablierung des Registers konnten mehr als 20 klinische Auswertungen zu Subtypen, Befallsmustern, übergreifende und Langzeitanalysen unter Einbeziehung von Daten aus dem Register abgeschlossen und publiziert werden. Mehr als 25 translationale Forschungsprojekte, die Registerdaten benötigten, wurden publiziert.
Wir beantragen eine weitere Förderung des NHL-Registers für zwei Jahre, um die beschriebenen Ziele der NHL-BFM-Studiengruppe durch eine Fortsetzung der kontinuierlichen und langfristigen Registrierung, Dokumentation und des wesentlichen zeitintensiven zentralen Monitorings aller Kinder und Jugendlichen mit NHL verfolgen zu können. Das besonders herausfordernde kontinuierliche Monitoring und Update der Daten wird zusammen mit dem Abschluss der MARVIN-Umstrukturierung in den kommenden zwei Jahren intensiv betrieben, um die Datenqualität weiter zu erhöhen.“
Evaluation of antitumor efficacy of the anti-GD2 antibody dinutuximab beta in combination with induction chemotherapy regimens in patients with newly diagnosed high-risk neuroblastoma
Projektleitung:
Prof. Dr. med. Holger N. Lode, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Allgemeine Pädiatrie und Pädiatrische Hämatologie/Onkologie, Universität Greifswald
Schwerpunkt, Zuordnung:
PHASE-I/II-Studien
Förderzeitraum:
4 Jahre, 01.07.2025 – 30.06.2029
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.23 – 444.500,00 €
Projektbeschreibung:
„Das Neuroblastom (NB) ist immer noch die Haupttodesursache für Kinder zwischen eins und fünf Jahren. Bei Diagnosestellung überwiegt bei 60 % der Fälle das Vorkommen der metastasierten Hochrisiko-Tumorerkrankung. Trotz erheblicher Fortschritte liegt die Fünfjahres-Überlebensrate der Hochrisiko-NB-Patienten nur bei ca. 50 %. Um die Heilungsrate der NB-Patienten zu erhöhen, ist eine Erweiterung aktueller Standardverfahren mit neuen Therapiemodalitäten, wie z.B. Antikörper-basierten Immuntherapien, ein wichtiger Schritt. Im Rahmen dieser Immuntherapien werden Patienten tumorspezifische Antikörper verabreicht, die Tumorzellen spezifisch erkennen und dadurch antitumorale Effektormechanismen induzieren. Die prominentesten AK bei der NB-Behandlung sind gegen das auf Tumor-Zellen hoch exprimierte Disialogangliosid GD2 gerichtet. Unsere Arbeitsgruppe hat langjährige Erfahrungen auf diesem Gebiet und konnte maßgeblich zur Zulassung des chimären Anti-GD2-AK Dinutuximab beta (DB) (Qarziba®) für die Behandlung von Hochrisiko-NB-Patenten in Europa beitragen. Durch die DB-Behandlung konnte ein 15%-Überlebensvorteil erzielt werden.
Trotz dieser Erfolge war die AK-basierte GD2-gerichtete Immuntherapie mit schweren Nebenwirkungen verbunden, die mit i.v.-Morphin behandelt werden mussten. Um die Verträglichkeit der Immuntherapie zu verbessern, wurde von uns ein Härtefallprogramm initiiert, das ein optimiertes Behandlungsprotokoll beinhaltete. Durch die Protokollverbesserung konnten die meisten Nebenwirkungen so weit reduziert werden, dass ein Teil der Behandlung sogar ambulant durchgeführt werden kann.
Auch wenn die Anti-GD2-AK-Immuntherapien die Überlebenschancen der Hochrisiko-NB-Patienten erhöht haben, stirbt immer noch ein Drittel der erkrankten Kinder an dieser aggressiven Tumorerkrankung. Dies unterstreicht eine Notwendigkeit weiterer Verbesserungen von aktuellen Behandlungsmöglichkeiten. In diesem Kontext konnten wir in unseren präklinischen Untersuchungen eine signifikante Steigerung der DB-vermittelten antitumoralen Effekte durch eine Kombination mit einer Chemotherapie erzielen. Diese vielversprechenden Daten gehen mit den aktuellen klinischen Beobachtungen aus den USA einher, wobei eine signifikante Verbesserung der Ansprechraten bei den Hochrisiko-NB-Patienten durch die Kombination eines ähnlichen anti-GD2-AK (Dinutuximab) mit verschiedenen Chemotherapeutika erreicht werden konnte. Aufgrund dieser Erkenntnisse soll im Rahmen des aktuellen Projektes eine Kombinationstherapie aus DB und einer Chemotherapie evaluiert werden. Aktuell werden zwei Chemotherapie-Regimen im Rahmen einer Induktionstherapie bei Hochrisiko-NB-Patienten am meisten angewandt: GPOH (EU) und rapid COJEC (USA). Da diese Chemotherapien noch nicht direkt in einer homogenen Patientenkohorte miteinander verglichen wurden, soll DB mit den Beiden im Rahmen einer Phase I-Studie kombiniert werden. Aufgrund der Chemotherapie- und DB-bedingten Nebenwirkungen soll zunächst eine DB-Dosisfindung mit jeder Chemotherapie-Behandlung erfolgen, gefolgt vom Vergleich der antitumoralen Effektivität beider Kombinationstherapien.
Zusammenfassend sollen im aktuellen Vorhaben zwei Kombinationstherapien (DB + GPOH-Chemotherapie vs. DB + rapid COJEC-Chemotherapie) evaluiert werden, um ein internationales standardisiertes Behandlungsprotokoll im Rahmen der Induktionstherapie für die Hochrisiko-NB-Patienten zu etablieren.“
Soft Tissue Sarcoma Registry. A non-interventional study: SoTiSaR 2.0-NIS
For European patients with rhabdomyosarcoma and non-rhabdomyosarcoma soft tissue sarcoma and tumours In children, adolescents, and young adults
Projektleitung:
Prof. Dr. med. Monika Sparber-Sauer, Klinikum der Landeshauptstadt Stuttgart gKAöR, Standort Mitte (Olgahospital)
Zentrum für Kinder-, Jugend- und Frauenmedizin Pädiatrie 5 (Onkologie, Hämatologie, Immunologie); Prof. Dr. med. Martin Ebinger, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Kinderheilkunde I – Allgemeine Pädiatrie, Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinikum Tübingen
Schwerpunkt, Zuordnung:
Register
Förderzeitraum:
01.10.2025 – 30.09.2028
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.24 – 847.956,00 €
Projektbeschreibung:
Das Europäische Register SoTiSaR 2.0-NIS ist ein nicht-interventionelles, multizentrisches, internationales, klinisches und epidemiologisches Forschungsregister. Es wurde als nicht-interventionelle Studie beim BfArM und den Kassen angezeigt. Mit Hilfe von SoTiSaR 2.0-NIS werden Daten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit einem Weichteilsarkom oder seltenem Weichteiltumor erfasst. Durch diese Datensammlung sollen wissenschaftliche Informationen und Erkenntnisse über die Erkrankung, ihren Verlauf, Prognose, Nachsorge und Langzeitfolgen gewonnen werden. Um die Therapie der betroffenen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu verbessern, sind dringend neue Therapien und Therapieüberwachungsmodalitäten notwendig (z.B. Liquid Biopsy). Hier sind nur wissenschaftliche Projekte am Biomaterial in Kombination mit den klinischen Daten zielführend. SoTiSaR 2.0-NIS ist die Voraussetzung für wissenschaftliche molekularbiologische Begleitprojekte wie Molekulare Sarkom-Pathologie 2.0 (MSP 2.0) oder HEROES-AYA. Ohne klinische Daten der Patienten sind Projekte rein an Biomaterial nicht sinnvoll möglich. Ziel ist es, z.B. ein molekulares Rezidiv (ähnlich wie bei der Leukämie) bereits frühzeitig im Blut zu erkennen und mit einer möglichst gezielten Therapie behandeln zu können. Aufgrund der Seltenheit vieler Erkrankungen der Weichgewebesarkome wird eine internationale Kooperation angestrebt.
SoTiSaR 2.0-NIS, a non interventional study
Projektleitung:
Prof. Dr. med. Monika Sparber-Sauer, Klinikum der Landeshauptstadt Stuttgart gKAöR, Standort Mitte (Olgahospital)
Zentrum für Kinder-, Jugend- und Frauenmedizin Pädiatrie 5 (Onkologie, Hämatologie, Immunologie); Prof. Dr. med. Martin Ebinger, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Kinderheilkunde I – Allgemeine Pädiatrie, Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinikum Tübingen
Schwerpunkt, Zuordnung:
Register
Förderzeitraum:
01.10.2024 – 30.09.2025
Mittelbereitstellung:
ERG zu DKS 2022.02 – 43.000,00 €
ALCL-VBL: Internationale kooperative prospektive Studie für Kinder und Jugendliche mit Standardrisiko-ALK-positiven ALCL zur Wirksamkeit einer Vinblastin-Therapie
Projektleitung:
Prof. Dr. med. W. Wößmann, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Schwerpunkt, Zuordnung:
Multizentrische klinische Studien
Förderzeitraum:
bis 31.10.2028
Mittelbereitstellung:
ERG zu DKS 2019.05 – 48.571,00 €
Clonal architecture in juvenile myelomonocytic leucemia
Projektleitung:
Dr. Foued Ghanjati und Prof. Christian Flotho, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinikum Freiburg
Schwerpunkt, Zuordnung:
Translationale Forschung
Förderzeitraum:
2 Jahre: 01.07.2024 bis 30.06.2026
Mittelbereitstellung:
ERG zu DKS 2024.07 – 36.387,60 €
An integrated therapeutic approach for relapsed T-ALL
– IntReALL T 2020 – International Study for Treatment of Childhood Relapsed T-cell ALL
2020
– HEM-iSMART: International proof of concept therapeutic Stratification trial of Molecular
Anomalies in Relapsed or Refractory HEMatological malignancies in children
Projektleitung:
Dr. med. Andrej Lissat, Klinik für Pädiatrie m. S. Onkologie und Hämatologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin
Schwerpunkt, Zuordnung:
Multizentrische klinische Studien
Förderzeitraum:
8 Jahre: 01.03.2025 bis 28.02.2033
Mittelbereitstellung:
ERG zu DKS 2024.15 – 175.562,50 €
Internationales Symposium zu intrakraniellen Keimzelltumoren
Projektleitung:
OÄ Dr. med. Gabriele Calaminus, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinikum Bonn; Prof. Dr. med. B. Timmermann, Universitätsklinikum Essen, Klinik für Partikeltherapie, Westdeutsches Protonentherapiezentrum Essen (WPE)
Schwerpunkt, Zuordnung:
Sachmittelzuschuss
Förderzeitraum:
1 Jahr: 2025, 19. und 20.9. 2025
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.S1 – 15.000,00 €
27. Treffen der Arbeitsgemeinschaft Neurofibromatosen in Tübingen
Projektleitung:
Prof. Dr. med. Martin Schuhmann, Department für Neurochirurgie und Neurotechnologie, Universitätsklinikum Tübingen
Schwerpunkt, Zuordnung:
Sachmittelzuschuss
Förderzeitraum:
1 Jahr: 2024, 16.11.2024
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.S2 (Fortsetzung zu DKS 2022.S4 und Vorläuferprojekten) – 3.000,00 €
13. Fortbildung „Strahlentherapie von Krebserkrankungen im Kindesalter“
Projektleitung:
Prof. Dr. med. B. Timmermann, Westdeutschen Protonentherapiezentrums Essen, Universitätsklinikum Essen (AöR)
Schwerpunkt, Zuordnung:
Sachmittelzuschuss
Förderzeitraum:
1 Jahr: 2024, 05.-07.12.2024
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.S3 (Fortsetzung zu DKS 2023.S4 und Vorläuferprojekten) – 9.361,00 €
Experimentelle Neuroonkologie 31. Arbeitstagung
Projektleitung:
Prof. Dr. Bernhard Erdlenbruch, Johannes Wesling Klinikum Minden
Schwerpunkt, Zuordnung:
Sachmittelzuschuss
Förderzeitraum:
1 Jahr: 2025, 03.-04.04.2025
Mittelbereitstellung:
DKS 2024.S4 (Vorläuferprojekt DKS 2019.S3 und frühere – 5.000,00 €
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