DKS kritisiert Pläne der Bundesregierung zur Kinderkrankenpflege

DKS kritisiert Pläne der Bundesregierung zur Kinderkrankenpflege

Montag 15. Februar 2016

Bonn – Die Deutsche Kinderkrebsstiftung unterstützt einen Aufruf von Eltern, Kinder- und Jugendärzten, Kinderkliniken und Verbänden für den Erhalt der Kinderkrankenpflege in der Erstausbildung. „Den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform der Pflegeberufe lehnen wir kategorisch ab, sagte der Vorsitzende der Deutschen Kinderkrebsstiftung (DKS), Ulrich Ropertz,  am Montag in Bonn. Die klassische Kinderkrankenpflege müsse als Ausbildungsbereich und als Berufsziel erhalten bleiben. Gerade Kinder bräuchten eine spezielle Pflege. - Pläne der Bundesregierung sehen vor, die bisherige dreijährige Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflege ebenso wie die Kranken- und Altenpflege abzuschaffen und durch eine übergreifende Pflegeausbildung abzulösen.

Kinderstationen, wie beispielsweise eine Kinderonkologie, aber auch Intensivabteilungen, kardiologische oder Frühgeborenen-Stationen stellen nach Aussage von Ropertz extrem hohe Anforderungen an die Kinderkrankenpflege und an deren Ausbildung und Spezialisierung. Eine Pflegeausbildung, die die Berufsbilder Kinderkrankenpfleger, Erwachsenenkrankenpfleger und Altenpfleger zusammenfasse,  sei auf Erwachsene, insbesondere auf ältere Menschen, ausgerichtet. Den Bedürfnissen der Kinder, insbesondere der lebensbedrohlich und chronisch erkrankten Kinder, deren Eltern und den Notwendigkeiten auf den Stationen werde diese Ausbildung nicht gerecht. Damit würden Kinder, insbesondere schwerstkranke Kinder, Verlierer der Reform der Pflegeberufe werden.

Jedes Kind, das zur Behandlung in ein Krankenhaus muss, hat nach Aussage von Ropertz ein Recht auf eine fachärztliche Versorgung und auf eine kompetente und qualifizierte Pflege durch speziell ausgebildete Pflegekräfte. Dies gelte selbstverständlich auch für die Pflege zu Hause oder in palliativen Einrichtungen. Zu Recht dürfe erwartet werden, dass dabei professionell auf die speziellen Bedürfnisse von kranken Kindern eingegangen werde. Die Vorbereitung auf diese anspruchsvolle Aufgabe gewährleiste die bisherige dreijährige Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflege.

Sollte diese nun durch eine generalistische Pflegeausbildung abgelöst werden, die auch die allgemeine Kranken- und Altenpflege einschließt, sei ein erheblicher Qualitätsverlust zu befürchten, kritisiert der DKS-Vorsitzende. Gerade vor dem Hintergrund immer größer werdender Anforderungen in der Pflege sei  das unverantwortlich. Neben der DKS unterstützen den Aufruf  unter anderem der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin, der Verband der Leitenden Kinder- und Jugendärzte und Kinderchirurgen Deutschlands, die Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen, der Deutsche Kinderschutzbund sowie die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland.