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Deutsche Kinderkrebsstiftung fördert europaweite Behandlungsstudie zu seltenen Hirntumorerkrankungen mit 772.450 Euro

 

13.10.11

Bonn/Münster – Eine europaweite Studie zur Therapie intrakranieller Keimzelltumoren ist in Münster gestartet worden. Die seltene Krebsform tritt vor allem bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf. In Deutschland erkranken daran jährlich etwa 40 Personen bis zum Alter von 18 Jahren. An der Studie, die von der Deutschen Kinderkrebsstiftung mit 772.450 Euro gefördert wird,  beteiligen sich Kliniken aus 14 europäischen Ländern – allein in Deutschland 43 Zentren für Kinderkrebsheilkunde. Das Studienzentrum liegt am Universitätsklinikum Münster (UKM).
Hirntumoren sind nach Aussage der Studienleiterin Dr. Gabriele Calaminus meistens schwer zu behandeln. Intrakranielle Keimzelltumoren seien meist zwar extrem bösartig, so die Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendmedizin am UKM, ließen sich aber im Prinzip mit Chemotherapie und Bestrahlung erfolgreich therapieren. Das  Studienprotokoll ist eine detaillierte Anweisung für die gesamte Behandlung von Patienten mit dieser Erkrankung von der Diagnostik bis zur genauen Chemo- und Strahlentherapie.
Ende der 1990er Jahre wurde die erste Therapiestudie zu dieser Erkrankung europaweit durchgeführt. Das jetzt geöffnete Protokoll basiert auf den Behandlungsergebnissen von  etwa  600 Kindern und Jugendlichen, die bis Ende 2010 in die Vorläuferstudie eingeschlossen worden sind. Ausgehend von diesen Erfahrungen wurde das neue Protokoll in internationaler Abstimmung erarbeitet und ermöglicht eine noch besser risikoadaptierte  Behandlung. „Das neue Protokoll hat eine deutlich höhere Behandlungs- und Datenqualität, auch weil es nach der damals noch nicht bestehenden EU-Direktive  konzipiert worden ist“, so Calaminus. Die Ärzte aller an der Studie beteiligten Kliniken verpflichteten sich europaweit zur Einhaltung des Protokolls. Daraus ergebe sich eine hohe Sicherheit für die Patienten, betonte die Studienleiterin.
Die Studie startet zunächst in Deutschland, unmittelbar darauf folgt Spanien. Calaminus hofft, dass bis zum Frühjahr alle 14 teilnehmenden Länder das Protokoll geöffnet haben. Das Projekt läuft mit sieben Jahren verhältnismäßig lang, um bei der seltenen Krankheit aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten.
In Deutschland erkranken jährlich rund 2.000 Kinder und Jugendliche neu an Krebs – rund 400 davon an Hirntumoren. 90 Prozent der Betroffenen werden im Rahmen des von der Deutschen Kinderkrebsstiftung initiierten Behandlungsnetzwerks HIT für Kinder und Jugendliche mit Hirntumoren qualitätsgesichert behandelt. Die Deutsche Kinderkrebsstiftung, die 1995 vom Dachverband der „Deutschen Leukämie-Forschungshilfe – Aktion für krebskranke Kinder“ gegründet wurde, unterstützt das HIT-Netzwerk jährlich mit rund 2 Millionen Euro. 

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